Wow! Opel-CFO goes CEO – The French Blitz erklärt den Honeymoon für beendet

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Spannende Situation bei Opel. PSA, der neue Eigentümer, kann zwischen Vertriebschef, Marketingchefin, Finanzchef wählen – und ernennt letzteren zum neuem CEO. Das lässt tief blicken. Die Flitterwochen sind beendet.

Erklärungsversuche:
Die verkäuferischen Leistungen des Vertriebschefs waren nicht überzeugend genug, um ihn zum CEO zu machen.
Die Brandbuilding-Maßnahmen der Marketingchefin waren nicht überzeugend genug, um sie zum CEO zu machen.

Es geht zukünftig nicht darum, möglichst viele Autos zu verkaufen, sonst wäre der Vertriebler nun CEO.
Es geht zukünftig nicht darum, eine möglichst starke Marke aufzubauen, sonst wäre die Marketeer nun CEO.

Kurzfristdenken: Es geht darum, den Laden auszumisten, profitabel zu machen, den ‘Kaufpreis’ mehr als einzuspielen. Dann ade Opel.

Mittelfristdenken: PSA und alter CFO / neuer CEO verwechseln Effizienz und Effektivität (siehe auch: “Liebe CEOs, Effizienz ist die ‘Effektivität der Dummen’! – #stopmakingsense”). Ein qualvoller Tod.

ODER! – Langfristdenken (und meine Hoffnung): Der alte CFO / neue CEO hat wie ich Strategische Unternehmensplanung studiert, ehe daraus Controlling, und ehe aus Controlling Kontrolle wurde.
Dort lernte er noch, dass man Marketing mit 4P schreibt, und dass (inzwischen) das P für People hinzugekommen ist. Dass Controlling weder allein Kontrolle, noch Sparen im Exzess bedeutet. Sondern die strategische Ausrichtung aller Unternehmensressourcen (Zeit, Geld, Human Resources) auf die Realisierung der Vision. Wobei die Vision nicht gleich Profit, Break-Even, Marktführerschaft lauten sollte. Das wäre wenig visionär.

Er hat verstanden, dass gerade in der Autobranche die Vertriebler-Uhren leider noch analog des letzten Jahrtausends ticken, man dort also einen starken Mann, bloß keine starke Frau braucht.

Er hat verstanden, dass ‘Umparken …’ ein genialer Start war, und konsequenter ausgerollt und kompromissloser fortgesetzt werden muss. Jedoch nicht mit zB diesem Alibi-Facebook-Auftritt!

Er hat verstanden, dass die Produktqualität inzwischen mit den anderen deutschen Brands mithalten kann. Dass es jedoch mit französischen Eltern nun für das Brandbuilding noch schwieriger wird, mitzuhalten, geschweige Mercedes, BMW, AUDI voranzugehen. Genau das aber muss nun endlich das Ziel sein.

Er hat verstanden, dass die 3 Musketiere Finanz, Vertrieb, Marketing das Ruder nur gemeinsam herumreissen können. Und, dass man Kardinal Richelieu etwas entgegensetzen muss, um Opel zu retten.

In diesem Sinne!
#talkingtacheles
#stopmakingsense

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