@thethirdclub Column: GroupMs Blomenkamp and The Third Club!?

(Column for The Third Club, Germany)

 

In einem Interview ist der von mir geschätzte Jürgen Blomenkamp so verdammt nah an The Third Club, dass ich ihn direkteinmal gegenüberstellend zitieren muss (womit ich nicht sagen möchte, er habe sich bei uns bedient, sondern mich vielmehr freue, dass unsere Situationsbeschreibung geteilt wird):

Wir schrieben im Oktober 2011: …

Unternehmertum, Marketing und Kommunikation brauchen eine Revolution

Heute sind Web, Digitalisierung und Mobilität die Treiber von Kreativität und Innovation. Kommunikation und Marketing hecheln hinter immer individuelleren, unabhängigeren und ungeduldigeren Menschen her. Die Menschen transzendieren heute Märkte. Sie stürzen Diktatoren – und demokratisieren Politik. Sie werden Aktivisten, Botschafter, Produzenten, Entrepreneure und Innovatoren.

Kommunikation wurde langsam immer sozialer, Agenturen immer überflüssiger. Gleichzeitig blieb das Marketing Innovation, Wertschöpfung und Erfolge schuldig, verlor seine Führungsposition im Unternehmen, wurde in alle vier Winde zerstreut.

Verzweifelte Versuche, die eigene Vormachtstellung und das Income zu sichern, führten zu Austauschbarkeit, Rabattschlachten, Realitäts- und Qualitätsverlust.

Kreativität und Innovation wichen Excel, Powerpoint und dem ubiquitären Rotstift. Das Unternehmen wurde Verwaltung, die Unternehmerpersönlichkeit Manager.

Leadership, Rückgrat und vorbildliche Gestaltungsfunktion blieben auf der Strecke.

Deutschland wird zum gesättigten Markt. Global Player ziehen längst weiter. Dabei gibt es – wie Unternehmer wissen - keine gesättigten Märkte, nur satte Manager.

 

Jürgen sagt:

"Jürgen Blomenkamp: Die Investitionen in Werbung finden verstärkt und vor allem in den sogenannten Emerging Markets, also den Schwellenländern, statt. Die Werbeinvestitionen in den etablierten Märkten werden dagegen reduziert. Europa hat für die Werbung eindeutig zu wenig Wachstumspotenzial. Daher schichten die Kunden um: Sie nehmen das Geld, das sie früher einmal in Europa investiert haben, und setzen es nun in Asien und Lateinamerika ein. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. In den etablierten Märkten rechnen die Werbetreibenden mit keinem Wachstum mehr.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Warum? Sind die Europäer zu satt?

Jürgen Blomenkamp: Sättigung ist in den etablierten Märkten ganz sicher einer der Gründe. Aber wir sehen, dass die Wachstumspotenziale in den Schwellenländern noch bei weitem nicht ausgeschöpft sind. In China gibt es noch einen enormen Nachholbedarf – und zwar in fast allen Bereichen, besonders aber im Automobilbereich und in der Telekommunikation. Wir rechnen mit bis zu 10% Wachstum jährlich über die nächsten 10 Jahre. Und hier gehen die Werbetreibenden davon aus, dass sie, anders als in Europa, einen sicheren Return on Investment sehen werden."

 

Wir würden dem gerne unsere Vision entgegensetzen:

Neue unternehmerische Leidenschaft für Kreativität, Innovation und Wertschöpfung

Kommunikation und Marketing müssen wieder inspirierend vorangehen – diese einst  erfolgreichen Aushängeschilder von Kreativität, Innovationskraft und Wertschöpfung.

Mutige Unternehmerpersönlichkeiten müssen wieder wahrhaft innovative Produkte,  Services und Lösungen kreieren – indem sie die Regeln des Establishments brechen.

Wir brauchen wieder Empathie, Leidenschaft und neue Wege, die Dinge anzugehen.

Nur gemeinsam können Unternehmer, Marketing und Agentur den Teufelskreis aus Austauschbarkeit, Rabattschlacht, Realitäts- und Qualitätsverlust durchbrechen.

Kommunikation und Marketing müssen wieder miteinander reden, diskutieren.

Einander respektieren. Sich aneinander reiben. Sich – spielerisch – herausfordern. Endlich wieder füreinander und aneinander – und über sich hinaus – wachsen.

Unternehmerpersönlichkeiten müssen sich wieder an einen Tisch setzen und eine Sprache – mit simplen Worten – sprechen. Gerade die, die noch etwas bewegen wollen, müssen endlich wieder inspirierend vorangehen. Die,die noch nicht aufgegeben haben. Sich noch nicht auf den kurzfristig bequemsten Weg des geringsten Widerstandes machten. Es sich noch nicht hinter'm Ofen eines grossen Konzerns gemütlich machten – sei dieser Agentur, Medium oder Unternehmen.

Gerade Kommunikation und Marketing – als Speerspitze des Unternehmens – müssen wieder erhobenen Hauptes, mit Rückgrat und Haltung die geronnenen Strukturen und Märkte transzendieren. Müssen Mut haben und Mut machen.

Gerade Kommunikation und Marketing müssen neugierig und wißbegierig sein. Müssen Trends als erste spüren, erleben, kreieren. Müssen kreativ und innovativ Menschen und Märkten vorangehen. Müssen sich kontinuierlich neu erfinden.

Mutige, agile Unternehmerpersönlichkeiten auf Augenhöhe müssen wieder eine inspirierende Kultur der Kreativität, Innovationskraft und Wertschöpfung erschaffen – denn nur diese läßt uns alle im globalen Wettbewerb wieder erfolgreich bestehen.

Macht doch einfach mit. Das können wir nur gemeinsam schaffen!
(Klar kann Jürgen auch mitmachen ;)