Das iPhone und der Cocktail-Party-Effekt

Vor kurzem war ich bei der Verleihung eines Kunstpreises. Beim Small-Talk merkten 2 Künstlerinnen schnell, daß sie eine Liebe teilten: das iPhone.

Für über eine Stunde gab es zwischen den beiden kein anderes Thema mehr. Nichts konnte sie ablenken, war wichtiger oder wurde auch nur bemerkt.
Raum, Zeit und Mousse spielten plötzlich keine Rolle mehr.

Schön! Aber was bringt Apple das? Nun, zB ca. 35 Milliarden Dollar Cash, wie das folgende Chart zeigt. Angehäuft in knapp 13 Jahren!

AppleCash2
Chart courtesy Silicon Alley Insider.

Was kann man sich als Marke schöneres wünschen als zentraler
Mittelpunkt zu sein? Wie wird man zum Cocktail-Party-Thema? Zum Talk of
the Town?

Wir bewundern den Künstler, der einzigartig ist. Wir lieben die
Musik, die ihren eigenen Charakter hat, den Schaupieler, der unverwechselbar ist.
Wir lieben das Individuelle, das Besondere. Wir verlangen nach Nähe. Wir bewundern das Seltene, und bevorzugen, was uns
individueller macht oder zumindest erscheinen läßt.
Wir
schwärmen für Apple, schwören auf Google, twittern für unser Leben gern
und … Warum sind dann doch die meisten Produkte und Marken mehr oder
weniger austauschbar? Wir wissen nicht, welches Benzin wir kaufen,
welches TV-Programm wir schauen sollen, denn es gibt keine Unterschiede
mehr. Wir schauen, was läuft und tanken, was 2 Cent billiger ist oder
auf dem Wege liegt.

Wir verlangen nach dem für uns Relevanten,
dem individuellen Nutzen, dem (emotionalen) Wert, dem Status. Wir
belohnen die Marken und Unternehmen, die uns verstehen in unserem
(unausgesprochenen) Verlangen. Wir belohnen die Antworten auf unsere
neue Unabhängigkeit, Individualität und Ungeduld mit Kauf, Konsum, WoM-Empfehlungen … Engagement.